Lautstärke-Tipps: Welche Dezibel-Zahlen verkraften unsere Ohren?
Was ist mit Dezibel gemeint?

Bei Dezibel verhält es sich allerdings so, dass eine Erhöhung um 10 Dezibel der doppelten Lautstärke entspricht. 50 Dezibel sind demnach doppelt so laut wie 40 Dezibel. Das erklärt auch, warum der scheinbar geringe Unterschied beim Dezibel-Wert eines Rockkonzerts und des innerstädtischen Straßenverkehrs einen achtmal so lauten Geräuschpegel des Konzerts im Vergleich zum Verkehr zum Ausdruck bringen kann.
Wie laut sind wie viel Dezibel?
Um sich nun ein Bild davon machen zu können, wie viel Dezibel für das menschliche Ohr zu laut sind, ist es sinnvoll, einen Blick auf die nachfolgende Tabelle zu werfen. Sie zeigt auf, welchen Alltagsgeräuschen welcher Dezibel-Wert zugeordnet wird.
» Mehr Informationen| Dezibel-Zahl | Geräusch |
|---|---|
| 20 | Ruhiges Fernsehstudio |
| 30 | Nächtliches Schlafzimmer |
| 40 | Ruhige Bibliothek |
| 50 | Lautstärke in einer ruhigen Ecke einer normalen Wohnung |
| 60 | Normale Lautstärke einer Unterhaltung |
| 70 | Staubsaugergeräusch im Abstand von einem Meter |
| 80 | Anfahrt einer Diesellok |
| 90 | Presslufthammer in 10 Metern Entfernung |
| 100 | Lauter Güterzug |
Wann wird es schädlich für das menschliche Ohr?
Dass eine Lautstärke von 90 oder gar 100 Dezibel auf Dauer nicht gesund sein kann, dürfte jedem Leser bei einem Blick auf die vorausgegangene Tabelle klar sein. Doch wie laut lassen sich Kopfhörer überhaupt einstellen und ab wann ist ein kritischer Wert erreicht? Bei der Frage danach, wann das Ohr Schaden nehmen könnte, spielt nicht nur der Schalldruckpegel gemessen in Dezibel eine Rolle. Vielmehr geht es auch darum, wie lange das Ohr großen Lautstärken ausgesetzt ist.
» Mehr InformationenKritisch wird es zum Beispiel dann, wenn eine Person 40 Stunden pro Woche Musik mit Kopfhörern bei einer Lautstärke von 80 bis 85 Dezibel hört. 40 Stunden pro Woche mag viel klingen. Wer jedoch beim Sport, auf dem Weg zur Arbeit, in seiner Freizeit beim Zocken und vielleicht auch bei einigen Tätigkeiten auf der Arbeit selbst Musik mit Kopfhörern hört, der hat die kritische Zeitspanne von 40 Stunden schnell überschritten. Immerhin entsprechen 40 Stunden pro Woche weniger als 6 Stunden pro Tag.
Tipp: Dass zu laute Geräusche dem Ohr über eine zu lange Zeit schaden können, zeigt das Beispiel von Lärmarbeitern. Nach 12 Arbeitsstunden muss diese Berufsgruppe einen Hörtest durchführen, um zu prüfen, ob sich eine Schädigung des Gehörs bereits anbahnt.
Wieso kann Dauerlärm das Gehör nachhaltig schädigen?
Doch was passiert überhaupt, wenn es zu einem Gehörschaden durch dauerhaft zu viel Lärm kommt? Um das zu verstehen, sind an dieser Stelle kurze Erläuterungen zu der Funktionsweise des menschlichen Gehörs vonnöten. Der Schall, sprich die Geräusche, treffen von außen als eine Impulswelle auf das Ohr. Das Trommelfell und die Gehörknöchelchen leiten diese Welle weiter zur Hörschnecke, wo die kleinen Haarzellen sitzen.
» Mehr InformationenDiese Zellen sind für die Umwandlung der Schallwelle in bioelektrische Impulse verantwortlich. Diese Impulse wiederum sind die Hörinformationen, die beim Gehirn ankommen, damit es das Gehörte verarbeiten und der Mensch die Geräusche entsprechend wahrnehmen kann. Ein zu großer Schalldruck bedeutet zu heftige Impulse, die auf die Haarzellen einwirken, sodass diese irgendwann versagen können. Je weniger Haarzellen auf Dauer noch funktionieren, desto weniger kommt von den Geräuschen von außen beim Gehirn an und desto schlechter hört die betroffene Person dementsprechend.
Inwiefern kann die Verwendung von Kopfhörern zu immer höheren Lautstärken verleiten?
Das Gute und auch das Tückische an Kopfhörern ist, dass Sie die Lautstärke selbst per Knopfdruck regeln können. Das mag für Menschen, denen viele Geräusche des täglichen Lebens zu laut sind, ein echter Segen sein. Denn wenn sie sich für Noise-Cancelling-Kopfhörer entscheiden, haben sie die Möglichkeit, die störenden Alltagsgeräusche auszublenden und ihre liebste Musik in einer für sie angenehmen, eher leisen Lautstärke mit den Modellen zu hören.
» Mehr InformationenAllerdings tritt bei der Verwendung von Kopfhörern recht rasch ein Gewöhnungseffekt ein. Das soll bedeuten, dass sich das Ohr nach und nach an eine bestimmte Lautstärke gewöhnt, was dazu führt, dass der gewohnte Lautstärkepegel für das Ohr irgendwann leise klingt. Um weiterhin das gleiche Hörerlebnis genießen zu können, werden Sie daher mit großer Wahrscheinlichkeit unbewusst dazu übergehen, die Lautstärke immer weiter nach oben zu regulieren, was Ihrem Gehör auf Dauer schaden kann.
Im Übrigen lässt sich diese Gefahr mit den bereits angesprochenen Noise-Cancelling-Kopfhörern mindern. Immerhin schirmen sie den Außenlärm ab, was den Gesamtschalldruckpegel mindert. Somit können Sie eine geringere Lautstärke einstellen und das, was aus den Kopfhörern kommt, trotzdem noch verstehen.
Allerdings bieten auch diese Kopfhörer keinen Schutz davor, dass Sie die Lautstärke nach und nach erhöhen. Um zu kontrollieren, ob dem so ist, gibt es bei vielen modernen Smartphones inzwischen eine entsprechende Anzeige. Wenn Sie die Lautstärke an Ihrem iPhone aus dem Hause Apple beispielsweise zu stark erhöhen, während Sie Kopfhörer verwenden, wird Ihnen dies durch einen Wechsel von grünen zu gelben zu roten Lautstärke-Balken auf dem Display Ihres Handys gut sichtbar angezeigt.
Sind Over-Ear-Kopfhörer besser fürs Gehör?
In der Tat bieten Over-Ear-Kopfhörer den Vorteil, dass sie die Außengeräusche besser abschirmen. Allerdings funktioniert die Abschirmung nicht so gut wie bei Noise-Cancelling-Kopfhörern, sofern es sich nicht um kombinierte Over-Ear- und Noise-Cancelling-Kopfhörer handelt. Im Vergleich zu In-Ear-Kopfhörern profitieren Sie davon, dass die Entfernung zwischen den Kopfhörern und dem inneren Ohr eine größere ist, da Sie die Kopfhörer nicht direkt in Ihre Ohren stecken, sondern diese außen aufliegen. Wie es um die Vor- und Nachteile von Over-Ear-Kopfhörern steht, verrät Ihnen diese Übersicht in der Zusammenfassung:
» Mehr InformationenVor- und Nachteile von Over-Ear-Kopfhörern
- modisches Accessoire
- große Auflagefläche, was bei einer langen Tragedauer aufgrund der guten Verteilung des Drucks von Vorteil ist
- besser für Kinder geeignet als In-Ear-Kopfhörer
- verstellbarer Bügel, damit die Kopfhörer bequem zu tragen sind
- das Hören mit Bügelkopfhörern kommt dem natürlichen Hören näher, was zum Beispiel bei Jazz oder klassischer Musik von Vorteil ist
- schwerer und nicht so kompakt zu verstauen wie In-Ear-Kopfhörer
- es kann zu Kopfschmerzen kommen, wenn die Kopfhörer zu eng sitzen
Fazit: Wie laut dürfen Sie Musik mit Kopfhörern hören?
Der Grenzwert liegt bei 85 Dezibel. Es ist jedoch sinnvoll, diesen Grenzwert von Anfang an möglichst stark zu unterschreiten, da Sie im Laufe der Zeit nahezu zwangsläufig dazu tendieren werden, die Lautstärke Ihrer Kopfhörer nach oben zu schrauben. Daher tun Sie gut daran, wenn Sie die vorinstallierte Funktion Ihres Smartphones regelmäßig nutzen, um zu überprüfen, wie laut Sie in letzter Zeit eigentlich Musik gehört haben. Auch der Wechsel zu Noise-Cancelling-Kopfhörern mit Bluetooth kann helfen.
» Mehr Informationen
Unabhängig davon, für welche Art von Bluetooth-Kopfhörern oder für welche Marke Sie sich entscheiden, werden Sie die praktischen Kopfhörer ohne Kabel wahrscheinlich nur für sich selbst und nicht für Ihre Kinder kaufen. Das hat einen einfachen Grund. Immerhin wollen Sie das Gehör Ihrer Kinder schützen. Gerade junge Menschen neigen dazu, die Musik viel zu laut aufzudrehen, was die Gefahr birgt, dass sie ihr Gehör nachhaltig schädigen könnten. Vor allem, wenn die Musik dauerhaft zu laut im Ohr dudelt, kann dies zu bleibenden Schäden führen. Unabhängig vom Hersteller und Typ der Kopfhörer klärt dieser Ratgeber daher darüber auf, welche Dezibel-Zahlen für das Ohr noch gesund sind und ab welchem Wert es kritisch wird.